Kurzschrift

Fundstücke und lose Gedanken


  • Threads Algorithmus-Desaster

    https://www.freitag.de/autoren/titus-blome/threads-ist-nicht-twitter-zumindest-noch-nicht

    Dass Metas Versuch, mit Threads einen vollwertigen Twitter-Klon zu schaffen (zumindest bislang) gründlich in die Hose gegangen ist, hängt, schenkt man Titus Blome Glauben, damit zusammen, dass ein textbasiertes Medium anders funktioniert als das primär visuelle Instagram, dem Meta den Threads-For-You-Algorithmus entliehen hat.

    8. Januar 2024

  • Firefox-Marktanteil bricht ein

    https://www.zdnet.com/home-and-office/networking/the-fall-of-firefox-mozillas-once-popular-web-browser-slides-into-irrelevance/

    Traurig aber wahr, Firefox hat im Laufe des letzten Jahrzehnts immer größere Anteile am weltweiten Browsermarkt eingebüßt. Während es für Firefox in Deutschland mit knapp 10 % Marktanteil (Dezember 2023) noch relativ gut aussieht, bewegt der Anteil sich weltweit mittlerweile im Bereich eines statistischen Fehlers und kommt teilweise nicht einmal auf 3 %.

    Das ist umso dramtischer, als da Firefox eine eigene HTML-Engine nutzt, die unabhängig von Blink/Webkit entwickelt wird. Im Sinne des offenen Webs ist es nicht nur wünschenswert, sondern langfristig notwendig, ein konkurrenzfähiges Renderingsystem neben der marktbeherrschenden Technik von Google/Apple zu haben. Nicht, weil Blink und Webkit schlechte Produkte wären, sondern weil so die Abhängigkeit des Webs von den Entscheidungen bei Google (und in geringerem Umfang Apple) abhängig ist.

    7. Januar 2024

  • Damals bei Twitter

    https://www.newyorker.com/tech/annals-of-technology/what-we-lost-when-twitter-became-x [metered Paywall]

    Netter Nachruf auf Twitter von einem ehemaligen Mitarbeiter. Tenor: Die besondere Stärke der Plattform bestand immer darin, etwas verschrobem und verspielt zu sein. Dadurch entstand der nötige Spielraum für die Vielfalt, die Twitter auszeichnete. Mit Musks „We will need to be extremely hardcore“-Übernahme hat sich das geändert.

    6. Januar 2024

  • Overdrives E-Lending-Marktmacht

    https://buttondown.email/ninelives/archive/the-coming-enshittification-of-public-libraries/

    Das private Unternehmen OverDrive (das Unternehmen hinter der auch von einigen deutschen Bibliotheken genutzten ebook-Verleih-App Libby) kontrolliert zumindest in Nordamerika einen großen Teil der digitalen Bibliotheks-Verleihaktivitäten. Ein solches Quasi-Monopson kann zum Problem für die Erfüllung der Kernaufgaben der Bibliotheken werden – wie der im oben verlinkten Artikel beschriebene plötzliche Wegfall wichtiger Features zeigt.

    Auch die in deutschen Bibliotheken weit verbreitete Onleihe wird vom (mehrheitlich) privaten Unternehmen ekz Bibliotheksservice betrieben. Auch wenn ekz aufgrund seiner Geschichte eng mit den Bibliotheken in Deutschland verbunden ist, stellt sich die Frage: Wieso fehlt es den Bibliotheken an Mitteln und/oder organisatorischer Struktur, selbst ein entsprechendes Angebot zu entwickeln, um sich so langfristig stärker aufzustellen?

    5. Januar 2024

  • Panamakanal

    https://fortune.com/2024/01/02/panama-canal-shipping-bottleneck-cargo-climate-drought/

    Der Panama-Kanal hat im vergangenen Jahr massive Kapazitätsprobleme entwickelt. Eine Überlagerung aus Dürre und erhöhtem Wasserbedarf durch Erweiterungen im Laufe des letzten Jahrzehnts sind Gründe dafür. Um das Problem mittel- bis langfristig zu lösen, müsste Panama zusätzliche Flüsse und Seen anzapfen, um den Wasserbedarf des Kanals zu stillen.

    4. Januar 2024

  • Perplexity Finanzierungsrunde

    AI-powered search engine Perplexity AI, now valued at $520M, raises $73.6M
    Perplexity hat 70 Millionen US-Dollar in Investitionen eingesammelt. Im Vergleich zu den Beträgen, mit denen Google agiert, klingt das natürlich erst einmal nach einem Rundungsfehler. Trotzdem interessant zu sehen, dass Modelle wie das der Gen-AI-Suchmaschine nennenswerte Investorengelder anziehen.
    4. Januar 2024

  • Mastodon-Bookmarks als RSS-Feed abonnieren

    Gegebenenfalls ja für die eine oder den anderen interessant: Über https://bookmark-rss.services.woodland.cafe/ ist es möglich, einen RSS-Feed für die eigenen Mastodon-Bookmarks zu erstellen. Sei’s zum persönlichen Gebrauch oder um den Feed dieser Lesezeichen mit anderen zu teilen.

    via: https://www.fabriziomusacchio.com/blog/2023-01-25-mastodon_bookmarks_as_rss_feed/

    4. Januar 2024

  • Anil Dash über ein „menschlicheres“ Web

    I am more optimistic than I’ve been in a long time about the massive potential of the human internet to come roaring back in a way that we haven’t seen in a generation. More and more, I think of it as „the people’s web“.

    https://www.anildash.com//2024/01/03/human-web-renaissance/

    Wollen wir’s hoffen…

    4. Januar 2024

  • Treibhausgasausstoß Deutschland 2023

    https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/klima-treibhausgase-ausstoss-co2-100.html

    Endlich mal gute Nachrichten: Der deutsche Treibhausgasausstoß war 2023 so niedrig wie noch nie seit Beginn der (halbwegs) verlässlichen Aufzeichnungen. Die noch bessere Nachricht: Zumindest zum Teil ist das tatsächlich dem Ausbau von Wind- und Solarenergie zu verdanken. Immerhin etwas mehr als die Hälfte der deutschen Stromproduktion stammte 2023 aus erneuerbaren Quellen.

    Der etwas weniger schöne Teil der Geschichte: Ein größerer Teil des Rückgangs lässt sich auf die maue konjunkturelle Lage zurückführen. Zudem wurde ein Teil der Emissionen auch einfach nur in andere Regionen der Welt verlagert. Global ist der CO₂-Ausstoß letztes Jahr zudem auch wieder einmal angestiegen.

    4. Januar 2024

  • Link: Dave Karpf „An AI Future Is Much Shakier Than You Think“

    An AI Future Is Much Shakier Than You Think
    Interessanter Artikel von Dave Karpf, in dem er das Aufkommen von LLMs und anderen Machine-Learning-Systemen (vulgo: KIs) mit den Umbrüchen vergleicht, die seinerzeit Napster im Musik- und Medienbereich ausgelöst hat.

    Sein Kernargument: Als Napster und andere frühe Filesharing-Systeme aufkamen, gingen viele Beobachter davon aus, dass die großen Musiklabels in den kommenden Jahren zusammenbrechen würden. Das ist bekanntlich nicht geschehen. Das scheinbar so unausweichliche Ende der Musikindustrie ist bis heute vertagt. Einzig das Gros der Künstlerinnen und Künstler kann heute schlechter denn je von der Musik leben. Auch Film- und Softwareindustrien sind bis heute gut im Geschäft. Für sie haben die Grundlagen ihres Geschäfts sich aber ebenfalls massiv verändert. Karpf argumentiert, dass auch die Zukunft der von den aktuellen Machine-Learning-Fortschritten betroffenen Branchen noch nicht geschrieben ist.

    3. Januar 2024

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