• Slop

    „Slop“ – Bezeichnung für nährwertfreien KI-generierten Content.

    https://simonwillison.net/2024/May/8/slop


  • Google im Plattformverfall

    Google is Killing Retro Dodo

    Der Beitrag beschreibt, wie sehr die Retro-Gaming-Website „Retro Dodo“ von Google-Search-Traffic abhängig ist und welche Folgen es hat, dass sie bei Google an Ranking verliert bzw. hinter eine Mischung aus automatisch zusammengestellten Antworten und Ads zurückfällt.

    Vielleicht hat das Team von „Retro Dodo“ auch einfach keine gute SEO gemacht und liefert schlechtere Artikel als früher, mag man jetzt entgegnen. Kann gut sein – oder auch nicht. In jedem Fall wird aber deutlich, welche Folgen es haben kann, wenn ein kleines Independent-Medium sich voll von einer Plattform abhängig macht. Selbst wenn diese Plattform wie im Fall der Google-Suche (anders als zum Beispiel bei Social-Media-Diensten) gar nicht aktiv bespielt wird, wirkt es sich unmittelbar auf abhängige Angebote aus, wenn die Enshittification einsetzt und das Plattform-Angebot ausgeblutet wird. Dass das einer der Gründe dafür ist, dass Google nicht nur für Nutzer*innen immer schlechter wird, sondern auch für Websitebetreiber*innen wird aus dem Retro-Dodo-Beitrag deutlich:

    Firstly, Google wants to completely eradicate users leaving their search results and will now show you their own “From Sources” answers to search terms. […] Secondly, if you manage to scroll past Google’s stolen answer, you will undoubtedly be bombarded with sponsored ads, and lots of them. These results are purposely designed to look like normal results and can bend Google’s guidelines when it comes to content quality. This is straight-up pay-to-play, again lowering the need for creators’ articles.


  • Das Internet gehört vier gigantischen Konzernen

    Jason Velazquez: Any Technology Indistinguishable From Magic is Hiding Something

    Richtige Beobachtung:

    Google, Amazon, Microsoft, and Meta (GAMM) now own most of the steel and glass that makes the internet go vroom. Google, Amazon, and Microsoft control seventy-five percent of the cloud computing market. Meta and Google own half of the fiber optic cables supplying internet services across continents.

    Der Rückzug von den großen Social-Media-Plattformen, so die weitere Schlussfolgerung in Jasons Beitrag, reicht also nicht. Denn unter der Haube sind auch die scheinbar dezentralen Alternativen längst von der Infrastruktur und Technik der großen Digitalkonzerne abhängig.

    Ob es noch einmal möglich sein wird, sich ganz von diesen Unternehmen unabhängig zu machen?


  • Städte für Menschen

    https://www.theguardian.com/politics/2024/mar/19/boost-walking-and-cycling-in-towns-and-cities-urges-uk-government-adviser

    Die Zukunft der Städte wird nicht nur hierzulande, sondern auch in Großbritannien diskutiert.

    Der im oben verlinkten Artikel zitierte Report „Move Free“ diskutiert dabei vor allem die Freiheit, die Autos ihren Fahrer*innen zu Lasten anderer Verkehrsteilnehmer*innen und Menschen gibt. Besonders schmerzhaft:

    “Cars particularly destroy the liberty of the child and the teenager to move around safely,” it said. “Children are much less free now than they were 50 or 100 years ago, a fact which changes the nature and vitality of our towns.”


  • Alte Daten

    We store all this crap data because it costs less to store it than it costs to think about how to clean it up. We also store it because there is a culture in technology that doesn’t think very deeply about the quality of data. To the average technologist, data is a storage problem, not a knowledge opportunity.

    Gerry McGovern „Getting Rid of Crap Data“

    Ganz sinnvolle Überlegung. Wir sind als Individuen und Gruppen so daran gewöhnt, aus Speicherplatzknappheit „herauswachsen“ zu können, dass wir kaum einen Gedanken daran verschwenden, ob eine Anpassung des Nutzungsverhaltens nicht die bessere Option wäre. Was beim Einzelnen lediglich die Handhabbarkeit der Daten erschwert, bedeutet global Ressourcenverschwendung. Ein Phänomen, das sich auch in vielen anderen Bereichen immer wieder zeigt: Technischer Fortschritt wird nicht genutzt, um Ressourcenverbrauch zu verringern, sondern um verstärkten Ge- und damit Ver-brauch zu ermöglichen.

    Aber ist „mehr“ in diesem Zusammenhang auch „besser“? Manchmal ist das vermutlich der Fall. Häufig (vielleicht meist) aber auch nicht.


  • ActivityPub Single-File

    https://shkspr.mobi/blog/2024/02/activitypub-server-in-a-single-file/

    Eine sehr kleine ActivityPub-Implementation in einer einzelnen PHP-Datei. Wenn man es sich ansieht, versteht man etwas besser, wie das Protokoll funktioniert.


  • Mastodon ./. Bluesky

    https://techcrunch.com/2024/02/14/bluesky-and-mastodon-users-are-having-a-fight-that-could-shape-the-next-generation-of-social-media/

    Ein ums andere Mal faszinierend, wie Entscheidungen für digitale Produkte Menschen in fast religiöses Stammesdenken zurückfallen lassen.


  • Reddit-Content und LLMs

    https://www.heise.de/news/60-Millionen-Dollar-Reddit-erlaubt-KI-Unternehmen-Zugriff-auf-seiner-Plattform-9631551.html

    60 Millionen Dollar nimmt Reddit dafür, die auf der Plattform generierten Nutzungsinhalte für Machine-Learning freizugeben. Nicht uninteressant, wenn man sich dazu hinreißen lässt das bisherige Crawling der „KI“-Firmen als illegale „Landnahme“ einzustufen. Bleibt man im Bild, ist Reddit damit eine Art Lehnsherr, der sein Land samt Bewohner*innen weiterverkauft.


  • Sprachsynthesemodell von Amazon

    https://www.amazon.science/publications/base-tts-lessons-from-building-a-billion-parameter-text-to-speech-model-on-100k-hours-of-data

    https://www.amazon.science/base-tts-samples

    Das sind schon sehr bemerkenswerte Resultate. Ich möchte behaupten, dass die Technik noch nicht an professionelle Sprecher*innen herankommt. Aber wie bei anderen generativen Machine-Learning-Modellen, ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis mit solchen Techniken tatsächlich auch Profis ersetzt werden.